MamaMontag: Wie wir unseren Kinderwagen gefunden haben

Letzte Woche habe ich euch an dieser Stelle erzählt, worauf ihr beim Kinderwagenkauf achten könnt, um das für euch perfekte Modell zu finden. Für heute hatte ich versprochen, dass ich euch unseren Wagen vorstelle und kurz erzähle, wie wir unsere Entscheidung getroffen haben.

Brio GO - Babywanne im Detail

Unsere Wahl fiel nach langen Überlegungen und umfangreicher Recherche auf den Brio Go. Wie ich jetzt festgestellt habe, scheint das Nachfolgemodell nun von Britax unter dem Namen Britax GO (NEXT) vermarktet zu werden. Dieser scheint nahezu baugleich zu sein mit unserem Wagen. Im Folgenden notiere ich einfach kurz unsere Überlegungen zu den in der letzten Woche genannten Punkten.

Wanne Da der Mops schon in der Schwangerschaft immer extrem groß geschätzt wurde und auch mein Mann eher zum großen Teil der Bevölkerung zählt, war uns eine große Wanne sehr wichtig. Die Wanne des GO hat eine Innenlänge von 76 cm, was meines Wissens zu den größten auf dem Markt zählt. Und unser Riesenbaby hatte tatsächlich ein halbes Jahr bequem Platz darin. Die Wanne lässt sich flach falten, so dass sie wenig Platz im Auto wegnimmt. Sie wird auf einem speziellen Adapter montiert, so dass sie super hoch auf dem Kinderwagen ist und man jederzeit gut im Kontakt mit seinem Kind steht. Alle Bezüge sind abnehmbar und waschbar, die Matratze ist super und mit den zwei Trageriemen lässt sich die Wanne auch mit größerem Kind noch passabel tragen. Rundum gelungen!

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Sitz Der Sitz des GO besitzt eine (super hohe) Rückenlehne, die sich separat und stufenlos mit einer Hand verstellen lässt. Auch die Fußstütze kann separat an die Wunschposition des Kindes angepasst werden. Der Sitz lässt sich in beide Richtungen montieren und ein Richtungswechsel ist mir auch mit Kind im Sitz immer problemlos gelungen. Dies ist bei dem Sitz auch insofern unumgänglich, als er keinen Schwenkschieber besitzt. Das Sonnendach ist super groß, gerade wenn die Rückenlehne nach hinten geneigt ist. Scheinbar besitzen die neuen Modelle sogar einen extra zusätzlichen Sonnenschutz. Auf diese Weise könnte das Hantieren mit einem zusätzlichen Sonnensegel tatsächlich der Vergangenheit angehören.

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Was mich an der Sitzeinheit wirklich ärgert (und das ist zugleich der einzige Mangel, den ich am Wagen festmachen kann) ist, dass man sie nicht in eine vollständige Liegeposition bringen kann. Aus meiner Sicht wäre dies kein großer konstruktiver Mehraufwand gewesen und wenn das Kind tief schläft, ist eine komplett flache Liegeposition für die Kinder einfach das Beste. Außerdem fand ich beim Sitz das Abziehen und Waschen des Bezuges extrem aufwändig. Das soll sich bei den neuen Modellen allerdings gebessert haben.

Federung Da wir mit unserem Wagen häufig auch offroad unterwegs waren und zudem in einer Stadt mit unendlich viel Kopfsteinpflaster gelebt haben, war uns eine gute Federung extrem wichtig. Und die Federung des GO sucht aus meiner Sicht ihresgleichen. Das Gestell ist komplett gefedert. Zusätzlich scheint das neue Modell luftgefüllte Hinterreifen zu haben und die Vorderräder sind aus Gummi und ebenfalls federnd gelagert.

Optional gibt es für Modelle, die seit 2013 gebaut wurden, als optionales Zubehör Geländereifen, die man anstelle der vorderen Schwenkräder anbauen kann. Dafür waren wir ein Jahr zu früh dran, ich muss aber sagen, dass wir sie nie vermisst haben und auch im größten Matsch und Schneegestöber mit unseren Schwenkrädern immer gut gefahren sind.

Schieber Auch der Schieber des GO ist einzigartig. Die Schieberstange ist im rechten Winkel abgeknickt, wodurch sich beim zusammengeklappten Wagen eine etwas größere Falthöhe ergibt. Das Fahrgefühl ist allerdings aus unserer Erfahrung um ein vielfaches besser, weil man einfach einen völlig anderen Hebelarm hat und den Wagen viel einfacher um Kurven schieben und durch enge Situationen manövrieren kann. Außerdem lässt sich der Schieber bis auf 110 cm hoch klappen und ist so auch für große Väter (und Mütter!) perfekt. Gleichzeitig lässt er sich auch ganz nach unten oder komplett weg klappen. So können die kleinen Passagiere ihren Wagen auch bequem selbst schieben und im Cafe oder Bus ist keine nervige Stange im Weg.

Faltmaß und Gewicht Das Faltmaß des GO ist von der Grundfläche her sehr gering (78 x 62 cm), die Höhe liegt (durch den abgeknickten Schieber) mit 50 cm etwas höher. Wichtig zu erwähnen ist allerdings, dass man den GO mit der Sitzeinheit in beiden Fahrtrichtungen und mit nur einem Handgriff einklappen kann.  Auch das Gewicht ist mit 13 kg sehr gering, was für uns enorm wichtig war, weil wir unseren Wagen nur zusammengeklappt unter der Treppe abstellen durften oder mit in den 3. Stock nehmen mussten.

Bremsen Der GO verfügt über eine Feststellbremse, die mit dem Fuß ein- und wieder ausgerastet wird. Sie ist nach meiner Erfahrung bombenfest, einfach zu bedienen und unkompliziert.

Einkaufskorb Der Einkaufskorb des GO ist gigantisch. Die Grundfläche entspricht der gesamten Wagengrundfläche, ist durch die Rahmenkonstruktion einfach zu erreichen und extrem hoch zu befüllen. So ist ein großer Drogerieeinkauf inklusive Jumbopack Windeln absolut kein Problem. Da ich fast alle Einkäufe zu Fuß erledigt habe, war ein großer Einkaufskorb für uns ein absolutes Muss. Ich erwähne mal nicht, dass ich tatsächlich meist den Kinderwagen nur als Einkaufswagen dabei hatte und das Kind im Tragetuch mit mir rumgeschleppt hab…

Insgesamt kann ich sagen, dass wir unsere Entscheidung für den GO nicht bereut haben. Im Gegenteil, es ist ein toller grundsolider Wagen, der dem Kind und den Eltern viel Platz und Komfort bietet. Und mit den neuen Designs finde ich ihn noch cooler! Von mir eine absolute Empfehlung. Vor allem aber soll es euch zeigen, dass es sich wirklich lohnt, sich vorher etwas intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen. Wir haben jedenfalls den für uns perfekten Wagen gefunden!

Brio Go Sportwagen im Einsatz

So, das war wieder eine ganze Menge Text. Ich hoffe, es hilft jemandem weiter! Gibt es Themen, die euch als nächstes interessieren würden?

Ich wünsche euch eine fantantische Woche!

Liebe Grüße

Lena

PS: Entschuldigt die schlechten Fotos. Ein Mops mit Bronchitis hat mich daran gehindert, noch neue zu machen.

PPS: Dieser Post ist weder von Brio, von Britax noch von sonst irgendwem gesponsert. Wir haben den Wagen ganz normal im Fachhandel gekauft und sind wirklich so begeistert!

MamaMontag: Wie findet man den richtigen Kinderwagen?

Erstmal muss ich mich entschuldigen, dass der MamaMontag letzte Woche so sang und klanglos ausgefallen ist. Aber der Titel des letzten Postings passte wie die Faust aufs Auge und es kam wieder mal alles anders als gedacht. Dafür geht es heute mit einem mindestens doppelt so langen Posting weiter – und zwar zum Thema Kinderwagen.

Wie bereits in meinem letzten Post zum MamaMontag erwähnt, ist der Kinderwagen meist das teuerste Stück der Erstausstattung. Hinzu kommt, dass die Auswahl an Modellen nahezu unüberschaubar groß ist. So führt ein großer Onlineshop für Kinderwagen tatsächlich über 1200 Kinderwagen von knapp 50 verschiedenen Herstellern!

Umso mehr verwundert es, dass einem im Fachhandel immer dieselben Wägen empfohlen werden. Wollt ihr wissen, wie eure Außenwirkung als Paar ist? Dann geht mal in einen der großen Babymärkte und sagt, dass ihr auf der Suche nach einem Kinderwagen seid. Wirkt ihr eher klassisch-spießig, werdet ihr den Laden mit der Empfehlung Teutonia BeYou verlassen. Alternativ wirkende Eltern bekommen den Hartan VIP empfohlen und wirkt ihr hip und trendbewusst, geht ihr mit der Empfehlung Bugaboo Cameleon nach Hause. Prinzipiell ist an diesen Wägen auch sicher nichts auszusetzen und ich bin überzeugt, dass man damit zufrieden sein kann. Aber es gibt so unendlich viele Wägen und ich möchte versuchen, euch einige Punkte zu nennen, mit deren Hilfe ihr den für eure persönlichen Verhältnisse ultimativen Wagen finden könnt. Denn gerade weil ein Kinderwagen so teuer ist, sollte man sich doch nur mit dem Besten zufrieden geben, oder?

Zunächst einige generelle Tipps zum Kinderwagenkauf:

  • Nehmt möglichst alle Personen mit, die später auch mit dem Kinderwagen unterwegs sein werden. Jeder hat andere Ansprüche und Proportionen, daher sollte möglichst auch jeder den Wagen testen können.
  • Leer wird sich jeder Kinderwagen super schieben und manövrieren lassen. Daher solltet ihr zum Probefahren eure größte Handtasche mitnehmen und richtig schön vollpacken. Die setzt ihr dann in den Wagen und habt so schon mal eher ein Gefühl dafür, wie der Wagen sich mit Kind schieben lässt. Ideal wäre, Freunde mit Kind mitzunehmen und am lebenden Objekt zu testen. Die Frage ist nur, ob das betreffende Kind das genauso sieht…
  • Versucht, den Wagen  auf möglichst vielen verschiedenen Untergründen und in den verschiedensten Situationen zu testen. Manche Läden bieten dazu richtige Teststrecken, in anderen muss man improvisieren.

Hier folgen nun einige grundlegende Ausstattungsmerkmale worauf ihr dabei im Einzelnen achten solltet:

Wanne In der Kinderwagenwanne wird euer Kind etwa das erste halbe Jahr seines Lebens verbringen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wanne dazu auch hinreichend Platz bietet. Die Innenlänge sollte hierzu meiner Meinung nach mindestens 70, besser 75 cm betragen. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass man die Wanne vernünftig tragen (mit Kind respektive Handtasche drin!) und auch abstellen kann. Sie sollte über eine gute Matratze verfügen und alle Stoffteile sollten leicht abzunehmen und zu reinigen sein. So kann die Wanne in den ersten Wochen sogar ein Reisebett ersetzen.

Habt ihr wenig Platz im Auto oder am Abstellort, ist eine faltbare Wanne ideal. Alternativ bieten einige Hersteller auch Tragetaschen an, die einfach in den Sportwagensitz hineingestellt werden. Diese Tragetaschen punkten hinsichtlich Gewicht und Platzbedarf, bieten dem Kind allerdings häufig auch weniger Platz als eine Wanne.

Schaut euch an, in welcher Höhe die Wanne des Kinderwagens sich befindet und ob ihr auch bei hochgeklapptem Verdeck gut in die Wanne schauen könnt! Je höher sie ist, desto näher habt ihr euer Kind bei euch und ihr müsst euch nicht ständig herunterbücken. Es soll ja beispielsweise Kinder geben, die nur im Wagen liegen bleiben, wenn sie Mamas Finger im Mund oder Hand auf dem Bauch haben. Also, hab ich gehört…

Wichtig! Erkundigt euch, ob die Wanne bei eurem Wunschkinderwagen serienmäßig dazu gehört oder ob sie ein Zubehörteil darstellt, das extra gekauft werden muss!

Sitz Tatsächlich legen viele Eltern bei der Wahl des Kinderwagens ihren Fokus auf die Wanne beziehungsweise die Tragetasche. Dabei nutzt man den Sitz etwa fünfmal so lange! Sobald das Kind frei sitzen kann beziehungsweise sich in der Wanne anfängt hochzuziehen ist es Zeit, in den Sitz umzuziehen. Daher sollte auf den Sitz auch das Hauptaugenmerk bei der Kinderwagenwahl gelegt werden.

Bei den Sitzen sind generell zwei Varianten am Markt. Zum einen gibt es feste Sitze, die durch Kippen der gesamten Sitzschale in eine Liegeposition gebracht werden können (beispielsweise Bugaboo oder Joolz). Andererseits gibt es dreiteilige Sitze, bei denen sich die Rückenlehne und die Fußstütze separat verstellen lassen (beispielsweise Teutonia und Hartan). Ich persönlich würde mich immer für einen Wagen der zweiten Kategorie entscheiden, da dem Kind nur so ein dynamisches Sitzen möglich ist. Die Sitze der ersten Bauart sind zwar in der Regel optisch deutlich ansprechender, aber mal ehrlich: möchtet ihr immer in der exakt selben Position sitzen? Egal für welchen Wagen ihr euch entscheidet solltet ihr immer testen, wie sich der Sitz verstellen lässt.

Der zweite wichtige Punkt ist die Sitzrichtung des Kindes. Bei Kinderwägen mit vier gleichen Rädern und Schwenkschieber ist das nicht relevant, bei allen anderen sollte der Sitz möglichst in beide Richtungen zu montieren sein. Denn zunächst gucken die Kleinen noch sehr gerne Mama an (und auch für die Mütter ist es oft beruhigend, ihr Kind im Blick zu haben!), später wollen sie hingegen die Welt entdecken und in Fahrtrichtung gucken. Ideal ist es, wenn man die Blickrichtung auch mit Kind im Sitz wechseln kann. Hat der Kinderwagen einen Schwenkschieber, ist dies kein Problem, andernfalls gegebenenfalls wieder die Handtasche zum Testen einsetzen…

Worauf man beim Sitz natürlich auch achten sollte ist eine ausreichende Größe. Hierbei würde ich, sollte die Wahl zwischen zwei Wägen schwanken, immer den mit einer höheren Rückenlehne nehmen. Und auch beim Sportsitz ist es immer gut, wenn alle Stoffteile möglichst einfach abnehm- und waschbar sind. Ein großes Sonnendach mit hohem UV-Schutz rundet einen guten Kinderwagen ab.

Wichtig! Bei einigen Kinderwagenmodellen wird die Wanne später zum Sitz umgebaut. Hierbei müsst ihr bedenken, dass ihr so nicht einfach zwischen Sitz und Wanne hin- und herwechseln könnt. Das kann aber in einigen Fällen sehr praktisch sein.

Federung und Reifen Eine wichtige grundsätzliche Entscheidung ist, ob ihr einen Wagen mit vier festen Rädern oder mit Schwenkrädern wollt. Das ist prinzipiell Geschmackssache. Schwenkräder sind wendiger und besonders im Stadtverkehr oder in Läden sehr praktisch, auf Waldwegen oder auf weichen Untergründen sind feste Räder jedoch laufruhiger und stabiler. Man muss sich aber bewusst sein, dass man hier für jeden Richtungswechsel die vorderen Räder des Kinderwagens hochdrücken muss. Testet das unbedingt mit dem Kinderwagen in beladenem Zustand! Mittlerweile sind auch Modelle auf dem Markt, bei denen man die Schwenkräder durch eine Achse mit zwei großen, festen Rädern austauschen kann. So lassen sich die Vorteile beider Bauarten miteinander vereinen!

Je nachdem, wo ihr wohnt und auf welchem Untergrund ihr häufig unterwegs sein werdet, solltet ihr Wert auf eine gute Federung des Wagens legen. Dies können unebene Untergründe wie Wald- oder Feldwege sein, aber auch in Städten mit viel Kopfsteinpflaster solltet ihr unbedingt auf eine gute Federung achten! (Ich spreche da aus Erfahrung…) Hier gibt es wieder zwei gängige Varianten: entweder wird die Federung durch luftgefüllte Reifen erzielt oder durch eine Federung im Gestell. Luftgefüllte Reifen ermöglichen ein ruhiges Fahrverhalten auf unebenen Untergründen, können allerdings leider auch leicht kaputt gehen. Bei der Gestellfederung solltet ihr durch Druck auf den Schieber testen, wie lang der Federweg ist: je länger, desto größere Stöße können abgefedert werden. Eine besondere Herausforderung sind beispielsweise Treppen. Vielleicht findet ihr im oder vor dem Laden einige Stufen, an denen ihr euren Wunschwagen einmal auf Herz und Nieren testen könnt!?

Ein Sonderfall sind dreirädrige Kinderwagenmodelle, die als Joggingwagen angeboten werden. Auf diese möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, da dieser Post sonst zu umfangreich würde und ich davon auch keine Ahnung habe. Ich gebe euch allerdings den Tipp: probiert mal mit eurem Wunschmodell eine Stufe hochzufahren. Ich habe mehr als einmal gesehen, dass ein solcher Wagen beim Einsteigen in den Bus beinahe umgekippt wäre.

Schieber Beim Schieber sind die schon häufig erwähnten Schwenkschieber von nicht schwenkbaren zu unterscheiden. Schwenkschieber sind zweifelsfrei flexibler, weil sich so schnell die Blickrichtung des Kindes wechseln lässt. Zudem können bei einem Wagen mit Schwenkrädern so die großen Räder nach vorne gedreht werden, was eine bessere Fahrstabilität beispielsweise auf Schnee oder Sand bietet. Testet allerdings einmal das Fahrverhalten eures beladenen Wagens mit umgeschwenktem Schieber! Leider bieten nicht alle Kinderwagenmodelle Schwenkschieber an. Überlegt euch, wie sehr ihr den Schwenkschieber wirklich nutzen würdet und entscheidet dann, ob ihr im Zweifel lieber auf euer Wunschmodell oder den Schwenkschieber verzichten könnt.

Beim Schieber ist darüber hinaus die Schieberhöhe das wichtigste Entscheidungskriterium. Kann jeder der späteren Kinderwagennutzer den Wagen bequem (das heißt mit Ellenbogen im 90° Winkel) schieben? Testet auch, ob ihr dabei mit eurer normalen Schrittlänge gehen könnt oder ob ihr dann bei jedem zweiten Schritt gegen die hintere Achse tretet. Das kann gerade bei größeren Papas leicht passieren und ist ungeheuer nervig. Achtet auch auf die Schieberergonomie: kann man den Wagen auch beladen leicht um Kurven manövrieren? Gegebenenfalls sogar einhändig?

Ein praktisches Feature kann sein, wenn man den Schieber komplett wegklappen kann. Das hilft beispielsweise, wenn man in einem Cafe oder im Bus unterwegs ist, weil man so keine Schiebestange zwischen sich und seinem Kind hat. Testet außerdem, was die niedrigste Schieberhöhe ist. Es soll Kinder geben, die ihren Kinderwagen lieber selber schieben, als darin zu fahren…

Faltmaß und Gewicht Alle Hersteller machen Angaben zu Klappmaßen und Gewicht des Wagens. Aber auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Lasst euch zeigen und testet selbst, wie genau der Wagen zusammengefaltet wird. Geht dies auch mit montiertem Sitz? Wenn ja: nur mit Sitz in oder auch gegen die Fahrtrichtung? Probiert unbedingt aus, ob ihr den Wagen bequem in eurem Auto verstauen könnt. Dabei solltet ihr auch die Unterbringung der Wanne mit einplanen, da diese in der Regel auf keinen Fall mit eingeklappt werden kann. Die Methode sollte so einfach und praktikabel wie möglich sein. Überlegt euch beispielsweise gut, ob ihr jedes Mal die Räder des Kinderwagens abnehmen wollt. Das ist zwar meist sehr einfach, macht aber gleich viel weniger Spaß, wenn man gerade eine große Runde über einen schlammigen Feldweg gedreht hat…

Überlegt euch auch, wo der Wagen die meiste Zeit stehen wird. Muss er dafür zusammengeklappt werden? Dann sollte dies idealer Weise mit nur einer Hand möglich sein. Andernfalls müsst ihr euer Kind dazu auf dem Boden oder sonstwo absetzen/legen!

Bremsen Auch den Bremsen solltet ihr einen Blick widmen. Generell sind hier Fußhebel und Handhebel verbreitet, wobei ihr die für euch passende Variante finden müsst. Wie wird die Feststellbremse des Kinderwagens eingerastet? Wie lässt sie sich wieder lösen? Steht der Kinderwagen auf einer schiefen Ebene sicher? Manche Modelle bieten optional auch noch eine Handbremse an, um Steigungen zu meistern. Diese ist aus meiner Sicht nur in sehr steilen Gegenden sinnvoll und sollte auch intensiv auf ihre Funktionalität getestet werden.

Einkaufskorb Solltet ihr in Erwägung ziehen, mit dem Kinderwagen auch mal in der Drogerie, auf dem Markt oder sonstwo einkaufen zu gehen, solltet ihr auch einen Blick auf den Einkaufskorb des Kinderwagens werfen. Hier unterscheiden sich die Wägen teils erheblich und von „fahrbarem Katzenklo“ (Zitat meines Mannes) bis zum halben Einkaufswagen ist alles dabei. Lasst euch vom Verkäufer die zulässige Zuladung des Einkaufskorbs sagen, schaut euch an, wie hoch die Einkäufe sein können und testet, wie umständlich das Ein- und Ausladen ist. In diesem Zusammenhang ist es auch gut, einmal zu testen, was passiert, wenn man seine schwere HandWickeltasche an die Schiebestange des leeren Kinderwagens hängt. Auch hier habe ich schon einige Modelle umkippen sehen…

Eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle noch unser Kinderwagenmodell vorstellen und erzählen, wie wir zu dieser Wahl gekommen und ob wir damit zufrieden sind. Das verschiebe ich allerdings lieber aufs nächste Mal. Wäre ja schon ein Wunder, wenn überhaupt jemand bis hierhin gelesen hätte! Und was ist eure Meinung? Habe ich wichtige Punkte vergessen? Und würde es jemandem helfen, wenn ich alle Punkte noch mal als Checkliste zum Download bereitstellen würde? Ich bin gespannt!

Ich wünsche euch einen fantantischen Start in die Woche

Eure Lena