#ichbaumirmeinkleid | Kleider nähen – Tanya Whelan | Das Etuikleid.

Wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass ich kein Kleidermädchen bin. Jedenfalls nicht im Alltag. Zu besonderen Anlässen hingegen muss es für mich ein Kleid sein. Und da demnächst mein 30. Geburtstag ins Haus steht und wir am selben Tag auf der Hochzeit von lieben Freunden eingeladen sind, musste ich nicht lange nachdenken, als Catrin fragte, ob ich bei der #ichbaumirmeinkleid-Blogserie dabei sein möchte. Der bevorstehende Familienurlaub, diverse Geburtstage und die damit verbundene Zeitknappheit ließen mich kurz zögern. Aber wie konnte ich nein sagen? Noch dazu, weil mit Petra, Tessa, Sandra, Kathrin und Tamara fünf weitere wundervolle Frauen dabei sind, mit denen es unendlich viel Spaß gemacht hat Pläne zu schmieden und die Entstehung von insgesamt 11 Kleidern zu beobachten. Mädels ihr seid toll! Und eure Kleider sind allesamt fantantisch geworden.

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Als Catrin die verschiedenen Schnitte vorstellte, habe ich mich sofort für das Buch „Kleider nähen“ von Tanya Whelan entschieden. Sich einmal die Mühe eines gut sitzenden Grundschnittes zu machen und von da an ausschließlich perfekt sitzende Kleider und sogar Blusen und Röcke zu nähen klang für mich zu verlockend! Dass ich leidenschaftlich gern an Schnitten bastle und verändere dürfte hinlänglich bekannt sein und meine Vorliebe für Webstoffe besiegelte schlussendlich meine Wahl.

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Das Buch vom emf-Verlag wirbt mit dem Slogan „Das große Buch für mehr als 200 Kleider“ und beinhaltet verschiedene Grundschnitte für Oberteile (mit Abnähern, mit Prinzessnaht und mit Neckholder), einen Rockgrundschnitt (gerader Rock mit Schlitz) sowie verschiedene Ärmel, Krägen und Halsausschnitte. Darüber hinaus bietet es schematische Anleitungen, wie man unzählige weitere Ideen umsetzen kann. Abnäher verlegen, Raffungen, Mehrweite, Biesen, Falten ergänzen – alles wird erläutert. Eine kurze Einführung zur Stoffwahl sowie ein umfassender Abschnitt über die gängigsten Passformänderungen runden das aus meiner Sicht tolle Buch und fundierte Standardwerk ab.

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Anfangs war ich bezüglich meiner Zeitplanung noch verhalten optimistisch. Das Buch lag im Osternest, erste und schwierigste Übung war es dann, sich für eine der zahllosen Kleidervarianten zu entscheiden. Hier war ich am Ende ganz pragmatisch. Da der Großteil der Variationen auf dem Etuikleid aus Oberteil mit Abnähern und Pencilskirt basiert, habe ich mich zunächst für dieses Modell entschieden. In Kombination mit kleinem Kappärmel, denn Mitte Mai darf es dann ruhig mal endlich warm werden. Und natürlich mit Uboot-Ausschnitt, denn der geht bei mir immer. Der passende Stoff (ein camelfarbener Baumwoll-/Viskose-Twill mit Elasthananteil und leichtem Glanz) war auch bald gefunden, was mich noch enthusiastischer werden ließ.

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Hat man seinen Schnitt gewählt, beginnt man zunächst mit der Größe, die laut Maßtabelle dem Taillenumfang entspricht. Grund hierfür ist, dass die Abnäher von Oberteil und Rock auf diese Weise exakt aufeinander passen. Alle weiteren Anpassungen in Länge und Weite werden mit Hilfe des Kapitels über Änderungen und Anpassungen am Schnitt vorgenommen. Nachdem ich die für mich typischen ersten Änderungen konstruiert hatte (Oberteil kürzer, Brustabnäher tiefer, small bust, full bump), nähte ich ein erstes Probemodell und war schon sehr angetan. Mit einigen weiteren kleinen Änderungen habe ich mich dann an meinen Stoff gewagt. Das Kleid war letztendlich recht schnell zusammengenäht. Bis auf die Säume, die ich von Hand arbeiten wollte. Doch dann stand der Urlaub vor der Tür. Und ich hatte kein Kleid, keine Fotos, keinen Blogpost.

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Das Kleid kam dann eben mit nach China. Die Säume sind auf der Autofahrt zur Großen Mauer entstanden. Und für die Fotos nehme ich euch einfach mit nach Peking auf den Tian’anmen-Platz und in den Jingshan-Park, mit wunderbarem Blick auf die verbotene Stadt. Gar nicht schlecht, oder? Während ich euch diese Zeilen schreibe, sitze ich übrigens gerade 11 km über der Erde irgendwo über der Mongolei im Flieger nach Hause. Und so kann der Blogpost dann am Ende doch noch wie geplant morgen früh online gehen. Ich kann einfach nicht anders…

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Mit meinem Kleid bin ich wirklich sehr glücklich. Ich finde, dass es wirklich gut sitzt (besser, als es einige der Fotos vermuten lassen finde ich). Es ist dank des Elasthans bequem und ein zeitloser Klassiker, der sich hervorragend in meine Capsule Wardrobe einfügt und den ich zu den verschiedensten Gelegenheiten tragen kann. Ich hatte es im Urlaub beispielsweise auch schon mit Jeanshemd und Chucks an. Und der Stoff ist extrem dankbar. Die Bilder sind nach einem ganzen Tag Sightseeing einschließlich Kind im Tragetuch, Nudelsuppenessen, Metrofahren und kilometerlangem Fußmarsch entstanden. Und dafür schaut es doch echt noch sehr brauchbar aus, oder?

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Jetzt bleibt nur noch die Frage, was ich am Abend vor der Hochzeit mache. Das wäre ja sonst mein Zeitpunkt, um das Kleid zu nähen. Vielleicht eine passende Jacke!? Du wirst es erfahren…

Und damit endet unsere kleine Blogtour unter dem Motto #ichbaumirmeinkleid. Klick dich unbedingt auch mal zu den anderen Mädels rüber, falls du das noch nicht getan hast! Außerdem wird es kommende Woche bei Catrin und Petra auch noch mal einen kleinen Rückblick geben. Konnten wir dich inspirieren? Wie sieht DEIN perfektes Kleid aus? Ich bin gespannt.

Ganz liebe Grüße und Zàijiàn,

Lena

Buch  Tania Whelan  | Kleider nähen | emf-Verlag

Schnitt Oberteil mit Abnähern | gerader Rock | Kappärmel

Stoff Baumwoll-Viskose-Twill

Linked with Samstagssachen

#myspringessentials | Sonntagskleid

Hier hatte ich euch ja bereits mein erstes Kleid für die aktuelle Hochzeitssaison gezeigt und vor allem den Entstehungsprozess beschrieben. Bei Kleid Nummer 2 ging es leider nicht so glatt und ich musste für die zweite Hochzeit noch mal auf das Burdakleid zurückgreifen. Eine Woche später ist das Kleid nun aber fertig und ich kann euch mein erstes Werk nach einem Schnitt aus der La Maison Victor präsentieren: Das Kleid Jessy.

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Der Stoff ist vom letzten Stoffmarkt in Dortmund, der tatsächlich eine tolle Auswahl an Damenstoffen bereit hielt! Es handelt sich um eine Baumwolle-Viskose-Mischung in geliebtem Korallenrot und so gewollt krinkelig, dass das Kleid auch nach mehreren Stunden noch ansehnlich ist.

 

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Den Schnitt habe ich in Größe 34 ohne jegliche Änderung genäht. In der Hüfte hätte ich zwar eine 38 gebraucht, aber da der Rock ja weit ausgestellt ist, habe ich es mal riskiert. Lediglich am Saum habe ich zunächst großzügig um zehn Zentimeter verlängert, mich dann aber doch getraut, das Kleid so kurz wie vorgesehen zu nähen. Die Mehrlänge wäre aber noch vorhanden. Was meint ihr? Kann ich das so tragen?

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Ich mag das Kleid sehr: Es ist bequem, schlicht und durch die Details trotzdem nicht langweilig. Ich mag besonders die Biesen im Vorderteil. In der Taille wird es einfach mit einem Gummiband auf der Nahtzugabe gerafft und ist dadurch herrlich bequem. Und den tollen Knopf, den ich (zusammen mit vielen anderen) von der Oma vom Lieblingsmann geerbt habe. Passt er nicht perfekt!?

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Das Nähen ging (nach stundenlangem Zuschnitt) wirklich schnell und gut von der Hand. Die Anleitung ist super übersichtlich und enthielt tatsächlich einige Kniffe, die ich noch nicht kannte. Also von mir ein ganz klares Ja! zu den La Maison Victor Schnitten und die Sicherheit, dass da noch einige Teile folgen werden. Jetzt gehe ich aber erst Mal beim Me Made Mittwoch schauen, ob sich dort vielleicht noch andere LMV-Kreationen tummeln!?

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Habt einen fantantischen Tag!

Beste Grüße

Lena

Schnitt La Maison Victor Jessy

Stoff Baumwoll-Viskose-Webware

Änderungen keine

Linked with Me Made Mittwoch