#12lettersofhandmadefashion | s wie sommerstrickshirt

Aus irgendeinem Grund schaffen es meine Strickwerke noch seltener auf den Blog als Genähtes. Was definitiv nicht fair ist. Denn in ihnen steckt nicht nur mindestens dasselbe Herzblut wie in den genähten Teilen, sondern auch ein Vielfaches an Zeit.

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Da aber die liebe Fee von Fairylikes für diesen Monat das S für die #12lettersofhandmadefashion zog, das Wetter uns heute endlich mal Sonne satt geschenkt hat und ich zufällig mein schönes Stricktop getragen habe, habe ich den Lieblingsmann genötigt gebeten,  auf unserem abendlichen Spaziergang einige Fotos zu machen. Ehre wem Ehre gebührt.

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Das Top ist nach dem kostenlosen Strickmuster „Rib-Wise Tank“ von purlsoho entstanden. (Ich LIEBE die Strick- und Nähprojekte von purlsoho. Kaum ein neues Projekt, das ich von ihnen auf instagram entdecke, das ich nicht am liebsten SOFORT beginnen würde.) Als Garn habe ich die Rico Essentials Cotton DK in taupe und beige eingesetzt. Ein tolles Garn, schön zu stricken und mit einem ganz dezenten Glanz. Entstanden ist so ein luftiges Sommertop für jeden Tag, das sich zu allen Farben meines Kleiderschranks kombinieren lässt.

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Das auf den ersten Blick schlichte Top bekommt seine Form nicht wie gewohnt durch Zu- und Abnahmen, sondern durch Partien, die im Rippenmuster gestrickt werden. Vorder- und Rückenteil werden separat gestrickt und anschließend zusammen genäht. Prinzipiell ist das ja so gar nicht meins, aber wenn man den zweifarbigen Look erzielen will, kommt man da wohl nicht drumherum. Und das Zusammennähen ist mir tatsächlich sogar ganz gut gelungen, wie ich finde.

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Verändert habe ich entgegen der Anleitung nur zwei Dinge: Zunächst habe ich den vorderen Ausschnitt etwas verkleinert, indem ich mit den Abnahmen in der vorderen Mitte einfach einige Reihen später angefangen habe. Zweitens habe ich einen anderen Kantenabschluss gewählt. Anstelle des Attached I-Cord habe ich mich dafür entschieden, die Hals- und Armausschnitte mit festen Maschen zu umhäkeln. Dazu habe ich das helle und dunkle Garn zweifädig verarbeitet. Das war es auch schon, ansonsten ist die Anleitung sehr übersichtlich und durch die Fotos auch super verständlich. Absolut anfängertauglich würde ich sagen.

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Was ich hier tatsächlich zum allerersten Mal gemacht habe, war das Strickshirt hinterher zu blocken. Dazu habe ich das Shirt zunächst mehrfach in alle Richtungen in Form gezogen, um die Maschen gleichmäßiger zu bekommen. Anschließend habe ich das Shirt entsprechend den Fertigmaßen aus der Anleitung mit Stecknadeln auf eine alte Styroporplatte gesteckt, mit einer Sprühflasche nassgesprüht und wieder trocknen lassen. Damit ist es dann auch schon getan! Zehn Minuten vielleicht, mehr nicht. Das Ergebnis war eine echte Offenbarung für mich. Gerade das Rippenmuster kommt so gut raus durch das Blocken, fantantisch! Warum habe ich das nicht schon viel früher gemacht?

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Den Rock, den ich zu meinem Top kombiniert habe, habe ich dir hier schon gezeigt. Ein echter wardrobe staple und nicht mehr wegzudenken aus meinen #mysummeressentials. Mehr Sommerteile sind allerdings tatsächlich nicht entstanden dieses Jahr, so richtig Sommer war ja auch nicht. Dafür freue ich mich aber umso mehr auf das Nähen (und stricken) für den Herbst. Ich bin schon fleißig! Dazu aber ein andernmal…

Liebe Grüße, Lena

Strickmuster Rib-Wise Tank | purl soho

Garn Essentials Cotton DK | rico

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somewhere beyond the sea…

Wo genau ich zum ersten Mal von der Aktion #thisisnotokay von mami made gelesen habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Wohl aber, dass ich sofort Feuer und Flamme war und wusste: da muss ich dabei sein! Denn wer in seinem Leben schon mal selbst ein Shirt genäht hat, dem muss doch zwangsläufig schlecht werden, wenn er beim Discounter das Doppelpack Kindershirts für 3,99 in der Hand hält. Schnitt und Stoff kaufen, zuschneiden, nähen, Transport, Handel für unter zwei Euro – wie soll das bitte funktionieren? Nur auf Kosten der Schwächsten – der Näherinnen.

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Als berufstätige Mutter ist meine Nähzeit naturgemäß mehr als begrenzt. Gleichzeitig versuche ich, für den Mops (und neuerdings auch für mich) möglichst alles selbst zu nähen. Hauptsächlich, weil es dann genau so wird, wie ich es mir vorstelle und wie wir es brauchen. Weil es mir Spaß macht. Aber auch, weil ich dadurch genau weiß, dass das Teil höchstens auf Kosten meines Nachtschlafes entstanden ist, nicht aber auf Kosten von Frauen oder Kindern, die für einen Hungerlohn in Textilfabriken arbeiten und ihr Leben riskieren.

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Allein dadurch komme ich nicht in die Situation, mehr zu nähen als wir brauchen und überlege im Vorfeld genau, was  aktuell die höchste Priorität hat. Alles andere kaufe ich nach Möglichkeit Second Hand. Ich kann qualitativ hochwertige Markenteile kaufen, die mir im Laden sicher viel zu teuer wären und habe zusätzlich die Gewissheit, dass alle Schadstoffe beim x-fachen Waschen entfernt wurden.

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Die Teile, die ich für den Mops neu im Laden gekauft habe, lassen sich wahrscheinlich an zwei Händen abzählen. Die #myspringessentials und die Überlegungen, die ich in dem Zusammenhang angestellt habe, haben mein Näh- und Kaufverhalten zusätzlich sensibilisiert. Ich will gar nicht sagen, dass jeder all seine Klamotten selbst nähen muss. Und ich habe volles Verständnis dafür, wenn man kein Geld hat, seine gesamten Sachen bei Biolabels zu kaufen. Aber ich denke, dass jeder sich zumindest fragen sollte, ob das eine oder andere Teil wirklich erforderlich ist. Und ob man nicht lieber ein hochwertiges Teil Second Hand kaufen sollte, als jede Menge Preiswertes beim Discounter. Viele kleine Momente machen da die große Veränderung aus denke ich.

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Dass ich also bei der Aktion dabei sein wollte, stand damit fest. Genauso schnell war klar, welches Projekt ich zeigen möchte: Eines meiner liebsten #mysummeressentials, den Jumpsuit Josie aus der La Maison Victor.  Einen Jumpsuit wollte ich schon lange mal nähen. Im Job kann ich keine Kleider und Röcke tragen, also musste eine Alternative für den Sommer her. Und mit den La Maison Victor Schnitten war ich bislang sehr glücklich (zu sehen beispielsweise hier).

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Ich wäre allerdings nicht ich, wenn ich den Schnitt einfach so genäht hätte. Erster Grund dafür war meine Stoffwahl: ein stretchiger Baumwollstoff mit Fischprint vom Stoffmarkt. Offenbar aus der Produktion eines namhaften Damenmodenherstellers, ich habe jedenfalls eine Kaufhose aus ebendiesem Stoff entdeckt. Der Stoff ist übrigens eigentlich so bedruckt, dass die Fische senkrecht nach oben und unten schwimmen. Ich fand das blöd und habe den Stoff um 90° gedreht. Der Stoff war außerdem wesentlich fester als der vorgesehene Viskosestoff. Deshalb (und wegen der nicht unbeträchtlichen Differenz von zwei Größen zwischen oben und unten) fiel die Hose furchtbar, so dass ich zwei Abnäher hinten ergänzt habe.

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Die gravierenderen Änderungen habe ich am Oberteil vorgenommen. Um das Fischmuster nicht unnötig zu unterbrechen, habe ich das Vorderteil im Stoffbruch zugeschnitten und den Reißverschluss nach hinten verlegt. Außerdem war mein Stoff für die Raffung im Rückenteil zu fest, so dass ich das Rückenteil komplett neu gezeichnet habe. Den Halsausschnitt habe ich ubootiger gemacht und – nachdem vom Originaloberteil ohnehin nichts mehr übrig war – hinten noch einen fischförmigen Ausschnitt ergänzt.

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Das einzige, was mich wirklich Nerven – und jede Menge Zeit – gekostet hat, war das Fotografieren. Schließlich sollte es perfekt werden und ich hatte so genaue Vorstellungen. Mal war das Wetter zu schlecht. Dann war alles perfekt und der Mops hat mir nach zwei Minuten so einen fetten Fleck auf den Jumpsuit gemacht, dass kaschieren unmöglich war. Jetzt am Sonntag hat aber endlich alles gepasst. Zu 100% zufrieden bin ich zwar nicht, aber man braucht immer noch Potential, um sich zu steigern. Oder?

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Jetzt aber genug der Worte und ab mit diesem Herzensprojekt zum RUMS und zu mami made, denn #thisisnotokay! Vielen lieben Dank, liebe Susanne für die Organisation dieser tollen Aktion!

Alles Liebe,

Eure Lena

PS: Auf einigen Bildern seht ihr übrigens meine wunderschöne neue Tasche von june. Hätte ich sicher auch selbst nähen können. Aber wie schon gesagt: meine Nähzeit ist sehr begrenzt. Taschen nähe ich nicht gern. Und andere Frauen können auch toll nähen, wie sicher auch hier heute wieder bewiesen wird.

Jumpsuit Schnittmuster Josie von La Maison Victor | Stoff vom Stoffmarkt

Tasche june shop | dawanda

Sandalen Birkenstock | made in germany

Schmuck Niessing | made in germany

Brille mykita | made in Germany