Mix und Moritz- der zweite Streich (und ein kleines Tutorial)

Zunächst einmal wünsche ich dir ein fantantisches neues Jahr! Möge es uns Gesundheit, Zufriedenheit, Glück, Kreativität und die nötige Zeit, um diese zu nutzen bringen.

Mit den guten Vorsätzen ist das ja so eine Sache. Eigentlich bin ich nicht der Typ dafür. Aber einmal die Woche bloggen sollte schon drin sein. Einfach weil ich selbst so gern all die wunderbaren Blogs da draußen lese und ein kleines bisschen was zurückgeben mag.

hose1

Heute gibt es endlich mal wieder ein bisschen Mopscontent. Die Fotos sind tatsächlich schon ein halbes Jahr alt (und das wunderschöne Shirt mittlerweile zu klein) und schlummerten seitdem vergessen auf der Festplatte. Aber da ich sie echt schön finde, mag ich sie dir trotzdem zeigen. Außerdem habe ich anhand dieser Hose ein kleines Tutorial zu meiner Version des Fake-Hosenschlitzes gemacht, das quasi mein Neujahrsgeschenk an dich ist.

hose2

Das Shirt ist aus den wunderbaren Biojerseys von stoff und stil und tatsächlich nach dem gleichen Schnitt wie dieses hier genäht. Das Schnittmuster Beagle Boy (Nummer 23) aus der ottobre 4/2013 enthält nämlich sowohl eine Kapuzen- als auch eine Knopfleistenversion. Sowas lobe ich mir doch bei meiner Schnittmusterabzeichnungsphobie! Der Stoff hat eine gute  Qualität, das kann ich nach unzähligen Wäschen sagen. Die Oberfläche zeigt minimales pilling, aber alle Prints und auch die Farbe des Bündchens sind unverändert schön.

hose3

Bei der Hose habe ich auf unseren absoluten Lieblingsschnitt zurückgegriffen, den ich gerade tatsächlich zum sechsten Mal nähe, aber hier erst ein Mal gezeigt habe: Mix und Moritz von der wunderbaren Steffi aka herzekleid. Das Material ist ein Leinen-Baumwoll-Chambray, perfekt für kühlere Sommertage und in Kombination mit den Dutch Love Stoffen von Hamburger Liebe wunderschön. Außerdem habe ich durch die Wahl anderer Taschen, einer anderen Bundlösung (inspiriert von Catrin vom stoffbüro) und durch Riegel zum Aufkrempeln der Hose einen komplett anderen Look erzielt als bei meiner ersten Version. Einfach fantantisch, wie wandelbar dieser Schnitt doch ist!

hose4

Mit allen verfügbaren Optionen und insgesamt 26 Schnittteilen war die Hose definitiv nicht mal eben genäht. Aber der Aufwand hat sich definitiv gelohnt! Sie war schon letzten Sommer ein absolutes Lieblingsstück und wird sicher auch im nächsten Jahr durch die Krempelmöglichkeit und die bequeme Weite noch häufig zum Einsatz kommen.

hose5

Während des Probenähens für Mix & Moritz schrieb ich mit der lieben Steffi über die Verarbeitung des Fake-Hosenschlitzes und erzählte ihr, dass ich diese etwas anders arbeite als sie. Steffi schlug vor, dass ich dazu doch mal ein kleines Tutorial schreiben könnte. Bitteschön, liebe Steffi, hier kommt das Tutorial. Für dich und für alle, die es sonst noch brauchen können und besser spät als nie.

 

hosenschlitz_tutorial

 

tutorial_fakehosenschlitznähte

  1. Steppe die Schrittnaht von der hinteren Mitte bis zum Beginn des Hosenschlitzes. Dann vernähen und mit großer Stichlänge bis zur vorderen Mitte heften.
  2. Alle Kanten mit der Overlock oder mit einem Zickzackstich versäubern.
  3. Den Untertritt unter die linke (für Jungs) oder die rechte (für Mädchen) Vorderseite bügeln und an der Oberkante festheften.
  4. Von außen den Untertritt absteppen.
  5. So sollte die Hose jetzt ausschauen.
  6. Zum Schluss noch die Heftnaht in der vorderen Mitte wieder auftrennen, um einen möglichst authentischen Look zu erzielen.

Auf diese Weise erhälst du einen Hosenschlitz der offen steht wie ein herkömmlicher und andererseits erhält man genau die gewünschte Bundweite, damit du keine Probleme beim Annähen des Bundstreifen hast. Solltest du noch Fragen zu dieser Anleitung haben, kannst du mir gern eine Mail schreiben oder diesen Beitrag kommentieren.

Ich wünsche dir ein fantantisches Jahr und viel Freude beim Hosen nähen!

Liebe Grüße, Lena

Schnitt Hose | Mix & Moritz von herzekleid

Stoff Hose | Baumwoll-Leinen-Chambray aus dem örtlichen Stoffgeschäft

Schnitt Shirt  | Nr. 23 aus ottobre 4/2013

Stoff Shirt | Jersey und Bündchen von stoff & stil organic

Linked with | after work sewing | made4boys | ich näh bio

MamaMontag: Ein Maltisch für die Kleinen DIY

Nachdem die unfreiwillige Blogpause nun endlich beendet ist, möchte ich auch meine MamaMontag-Serie weiterführen. Und nachdem ich die letzten Male (nachzulesen hier) eher über die Erstausstattung geschrieben habe, möchte ich euch heute einmal etwas für die Größeren zeigen.

Der Mops ist ein leidenschaftlicher Maler. Dabei hängt er allerdings immer dermaßen mit seinem Bauch auf dem halben Tisch, dass der Großteil der Stifte und Zettel innerhalb kürzester Zeit UNTER dem Tisch versammelt ist. Mama macht dann nichts anderes als Stifte aufheben. Daher war es höchste Zeit für ein kleines DIY!

Als Ausgangsmaterial haben wir einen einfachen weißen Tisch und ein Behälter-Set beim großen Möbelschweden gekauft, eine Investition von zusammen etwa 15 Euro. Die Behälter werden flexibel an Schienen eingehängt, die man normaler Weise an der Wand montiert. Diese Schienen haben wir mit Senkkopf-Holzschrauben in zwei der Tischkanten geschraubt und die Behälter mit Buntstiften, Wachsmalern und Malpapier gefüllt – fertig!

IMG_7131

bilder1

Nun kann man ganz nach Bedarf den Behälter mit den Stiften, die man gerade so braucht, neben sich platzieren oder auch ganz woanders mit hinnehmen. Wichtig ist, beim Anschrauben der Schienen darauf zu achten, diese etwa fünf Millimeter unterhalb der Plattenoberkante anzubringen, damit die Behälter hinterher schön bündig mit der Tischoberkante abschließen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbauen und vor allem beim Malen und Basteln mit euren kleinen Künstlern!

Habt eine fantantische Zeit!

Eure Lena

 

RUMS – Let’s twist again!

IMG_7149

Dass ich von Monikas alias schneidernmeisterns neuem Schnitt twist (it) völlig begeistert bin, konntet ihr ja schon letzte Woche hier nachlesen. Heute möchte ich euch nun meine erste Probeversion zeigen.

tragebild

Da das Probenähen mein allererstes war und ich dementsprechend keine Vorstellung davon hatte, wie ausgereift der Schnitt zu diesem Zeitpunkt wohl sein könnte, wollte ich auf keinen Fall extra Stoff für meine erste Probeversion kaufen. In meinem Regal fand sich allerdings nur ein einziger Baumwollstoff, der in Frage kam: ein weißes, leichtes Fahnentuch, das noch von irgendeinem Vorhangprojekt übrig war. Weil mir das dann aber doch zu langweilig war und weil ich schon seit längerer Zeit ein Päckchen Batikfarbe im Schrank hatte (das ich eigentlich mal irgendwann gekauft hatte, um ein bei pinterest entdecktes Paar Leinenschuhe im ombre-look nachzuarbeiten), entschied ich mich, mich an einer ombre-Version von twist (it) zu versuchen. Und das Ergebnis ist so fantantisch, dass ich für euch ein kleines Tutorial zusammengestellt hab, mit dem ihr euch euer eigenes dipdyeblüschen kreieren könnt.

IMG_7153

Das besondere am Schnitt von Monika ist der schräge Fadenlauf, der sich aus der Schnittführung mit nur einem Schnittteil ergibt und wahlweise in der vorderen oder hinteren Mitte liegen kann. Um diesen zu betonen, habe ich meinen Stoff erst gefärbt und dann erst fertig zugeschnitten. So ist der Farbverlauf im Rücken ebenfalls diagonal und trifft sich mittig genau, ergibt aber auch unterm Arm einen fließenden Übergang zwischen Vorder- und Rückenteil. Natürlich funktioniert das Tutorial auch für jedes beliebige andere dip-dye Projekt. In diesem Fall könnt ihr die ersten 5 Schritte einfach überspringen und dann direkt beim Färben einsteigen.

IMG_7143

 Ombre-Dip-Dye-Tutorial

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich absolut kein Experte in Sachen Stoffe Färben bin. Im Gegenteil: das war mein allererster Versuch, der mir allerdings super gefällt. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen, sage aber gleich dazu, dass das sicher nicht die einzig richtige und vielleicht auch nicht die eleganteste Lösung ist.

IMG_6720

1 Zunächst übertragt ihr euch den Schnitt zuzüglich Nahtzugabe auf euren Stoff. Entlang der beiden Seitenkanten und dem Ärmel wird die Bluse schon fertig zugeschnitten. Achtung! Die (in meinem Fall) rückwärtige Mitte sowie den Halsausschnitt bitte noch nicht zuschneiden, das macht das Färben einfacher.

 

IMG_6723

2 Ich habe hier alles mit einem roten Heftfaden markiert, damit ich nach dem Färben nicht alles erneut anzeichnen muss, sondern an diesem zuschneiden kann.

 

 

 

3 Als nächstes markiert ihr euch beide Passmarken IMG_6724unterhalb des Armes mit jeweils einer Stecknadel. Anschließend nehmt ihr den Papierschnitt ab.

 

 

 

 

IMG_6727

4 Dann faltet ihr den Stoff so, dass die beiden Stoffbruchkanten aufeinander liegen. Die beiden Stecknadeln sollten dabei genau auf einer senkrechten Linie zum Stoffbruch liegen. Auf diese Weise erreichen wir, dass die Farbverläufe unterm Arm möglichst exakt aufeinander treffen.

Außerdem fixiert ihr den Teil des Ärmels, der über die Stecknadelmarkierungen hinausragt, mit ein bis zwei Stecknadeln nach oben, denn dieser Teil soll nicht mitgefärbt werden.

IMG_6728

5 Abschließend markiert ihr euch mit einem andersfarbigen Heftfaden durch mehrere Linien senkrecht zum Fadenlauf die Eintauchlinien für den Färbevorgang. Wichtig hierbei ist, den Heftfaden durch alle Stofflagen zu ziehen, da diese so auch in ihrer Lage fixiert werden. Ich habe mich für drei Farbabstufungen gleicher Breite entschieden, hier könnt ihr aber auch variieren, ganz wie es euch gefällt. Diesen Schritt würde ich euch auch für andere größere Dip-dye-Projekte empfehlen, weil man beim Färben doch leicht den Überblick verliert und man möchte am Ende ja keine schiefen Farbverläufe haben.

IMG_6732

 

Nun geht es ans Färben. Hier seht ihr alles, was ihr dafür braucht:

  • Eimer
  • Wasserkocher
  • Speisesalz
  • Gummihandschuhe
  • Farbe (ich habe mich für Marabu Easy Color in Mandarine entschieden)
  • Esslöffel

6 Zunächst den Eimer mit sieben Liter kochendem Wasser füllen. Jetzt die Gummihandschuhe an- und bis zum Ende des Färbevorgangs nicht mehr ausziehen! Anschließend die Farbe zusammen mit sieben Esslöffeln Salz ins Wasser geben und vollständig auflösen. Jetzt kann es endlich losgehen!

Tipp Stellt euch einen zweiten Eimer mit Seifenlauge zum Händewaschen bereit. Eigentlich hätte meine Bluse oben weiß bleiben sollen. Leider hatte ich mit meinen Fingern so viele Flecken auf den oberen Teil gemacht, dass ich die Bluse zum Schluss noch einmal komplett in die Farbe tauchen musste, um diese zu verschleiern.

IMG_6737

7 Nun wird der gesamte Stoff  einmal komplett mit kaltem Wasser nass gemacht. Das ist wichtig, um später sanfte Farbverläufe zu erzielen. Dann den Stoff kurz (etwa 10-20 Sekunden) bis zur obersten Markierung in das Farbbad tauchen. Anschließend muss der Stoff von oben nach unten so lange ausgespült werden, bis das Wasser klar bleibt. Ich habe ihn dazu auf den Badewannenrand gehängt.

In diesem Schritt habe ich auch gleich den Stoff fürs Paspelband mit in das Färbebad geschmissen und bis zum Ende des Färbeexperiments auch dort belassen.

IMG_6738

8 Der zweite Färbevorgang läuft genauso ab, allerdings habe ich den Stoff hier etwa drei Minuten im Farbbad belassen.  Ich empfehle euch, den oberen Teil des Stoffes höher zu hängen (beispielsweise auf den Badewannenrand), um Tropfflecken weitgehend zu vermeiden.

IMG_6741

9 So sollte der Stoff nach diesem Färbevorgang etwa aussehen. Sobald euch die Farbe intensiv genug erscheint, nehmt ihr den Stoff aus dem Farbbad. Anschließend wieder gründlich von oben nach unten ausspülen.

10 Nun folgt der letzte Färbeschritt. Hier habe ich mich nach den Herstellerangaben gerichtet und den Stoff 20 Minuten im Farbbad belassen. Anschließend auch hier wieder gründlich ausspülen.

Und jetzt: fertig und freuen!IMG_6753

Puh, das war aber ein langer Text. Wer von euch tatsächlich bis hierhin gelesen hat, bekommt von mir ein Fleißsternchen! Und falls tatsächlich mal jemand dieses Tutorial nutzt, würde ich mich sehr über Bilder oder einen Kommentar freuen.

Ich schicke meine neue Bluse jetzt noch schnell zu RUMS und werde mich jetzt mit einem Tee und einer ausgiebigen RUMS-Runde belohnen. Mal sehen, was die anderen Damen so alles tolles gezaubert haben.

Ich wünsche euch eine fantantische Zeit!

Eure Lena

Schnitt twist (it) von schneidernmeistern

Stoff weißes Fahnentuch aus meinem Stoffregal, easy color von marabu in Mandarine

Änderungen Gesamtlänge um 1,5 cm verlängert

Aufwand inklusive Färben 4-5 Stunden